Geldanlage in Fonds

Neben Tagesgeld und Festgeld bieten die Banken oft Fonds als Geldanlage an. Was sind ihre Motive?

Bei Tagesgeld und Festgeld steht für die Bank die Refinanzierung von Ausleihungen im Vordergrund. Beispielsweise kann sie Tagesgeld an Firmen ausleihen, die Tagesgeld nachfragen. Oder sie kann Festgeld benutzen, um Ratenkredite an Konsumenten zu refinanzieren, wenn die Laufzeit übereinstimmt. Sie kann sogar, wenn sie entsprechend vorsichtig agiert und genügend Reserven hat, Tagesgeld und kurzfristiges Festgeld zu längerfristigen Finanzierungen nutzen – in der Erwartung, dass es ihr gelingt, bei einer Rückzahlung der Anlagen wieder neues Tagesgeld und Festgeld an Land ziehen zu können. Das ist durchaus realistisch. Sie muss eben nur etwas höhere Zinsen bieten, und schon bekommt sie wieder Tagesgeld oder Festgeld in die Kasse. Natürlich müssen diese Zinsen aus Renditegesichtspunkten unter denen liegen, zu denen sie ausgeliehen hat. Doch ist die Ausleihung ja unter Umständen variabel, so dass sie höhere Zinskosten einfach weitergeben kann.

Für den Kunden ist die Geldanlage in Tagesgeld oder Festgeld eine einfache und sichere Möglichkeit, Zinsen zu erhalten. Die Zinsen sind zwar nicht hoch. Aber dafür hat man ja die Sicherheit, dass man jederzeit an das Geld herankommt, wobei man beim Festgeld natürlich die Anlagedauer einhalten muss.

Die Kapitalanlage in Fonds ist für die Bank deshalb lukrativ, weil sie eine relativ hohe Verkaufsprovision vom Fonds erhält. Diese wird aus dem Ausgabeaufschlag gezahlt oder auch in den übrigen Fondskosten versteckt. In jedem Falle profitiert hier die Bank vom Verkauf, eventuell zusätzlich noch an Depotgebühren, und auch beim Verkauf kann sie noch verdienen. Vor allem ist dies natürlich für sie günstig, wenn da ein reger Umsatz zustande kommt.

Ob der Fonds für den Kunden attraktiv ist, das ist für die Bank zweitrangig. Im Zweifel wird sie die Produkte anbieten, an denen sie das meiste profitiert. Der Kunde sollte sich allerdings kritisch fragen, ob die Performance des Fonds ausreichend ist, damit er seine Anlageziele erreichen kann. Das muss die Bank bei ihrer Beratung berücksichtigen.

Die Erträge aus dem Fonds können durchaus wieder mit den Zinsen für Tagesgeld oder Festgeld verglichen werden. Wenn sie darunter liegen, hat man Lehrgeld gezahlt. Dann ist es Zeit, den Fonds zu verkaufen, wenn auch mit Verlust, und einen anderen zu wählen, von dem man bessere Erträge erwartet. Die Bank freut es. Sie verdient wieder an den Provisionen.

Bei Geldanlagen in Fonds sollte man schon davon ausgehen, dass man diese nicht, wie beim Tagesgeld oder Festgeld, täglich oder zu einem festen Termin wieder auflösen kann.

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