Wie „Öko“ ist ein Ökofonds?

In der Vergangenheit konnte man Berichte verfolgen, wonach nicht überall “öko” drin ist, wo es drauf steht – auch bei sogenannten Öko-Fonds. Um dem schlechten Ruf,  eine „Mogelpackung“ zu sein oder zu werden, vorzubeugen, haben einige Ökofonds ihre Auswahlkriterien vorgestellt. So kann man nachvollziehen, welche Unternehmen welche Anforderungen erfüllt haben müssen, um in das Depot des Fonds aufgenommen zu werden.

Als ein Beispiel soll hier der „GreenEffects“-Fonds gezeigt werden, der bei einem Vergleich von bestehenden Ökofonds als einer der besten Abgeschnitten hat. Wie auf entsprechender Seite zu erfahren ist, richtet sich der Fonds nach dem NAI, dem Natur-Aktien-Index und nimmt nur Unternehmen auf, die in diesem Index stehen. Für die Aufnahme von Unternehmen in diesen NAI zeichnet ein Ausschuss verantwortlich. Dieser Ausschuss setzt sich aus führenden Experten aus mehreren Fachgebieten zusammen, wie z.B. ökologisches Investment oder nachhaltiges Wirtschaften.

Nun ist dieser Ausschuss in seiner Funktion unabhängig und kann die Kriterien auch nicht verändern, welche festgelegt wurden. So setzen sich diese aus den Positiv- und Negativkriterien zusammen. Ein Unternehmen, welches gegen ein Negativkriterium verstößt, wird unter keinen Umständen in den Index aufgenommen. Zu den wichtigsten Negativkriterien gehören Atomenergie, Waffenproduktion, Tierversuche, Kinderarbeit und Diskriminierung von Frauen und Minderheiten. Es ist außerdem selbstverständlich, dass Lebensmittelhersteller, die Gentechnik benutzen, auch nicht in den Index aufgenommen werden, genauso wie Hersteller von toxischen oder umweltschädlichen Stoffen.

Bei den Positivkriterien muss ein Unternehmen nicht alle erfüllen, um aufgenommen zu werden. Es sind 4 Hauptkriterien vorhanden und als Voraussetzung zur Aufnahme in den Natur-Aktien-Index müssen davon bspw. nur 2 Kriterien durch das Unternehmen erfüllt werden. Dann steht einem Investment nichts mehr im Wege. Nachfolgend sollen die 4 Positivkriterien kurz vorgestellt werden.

Unternehmen, die „…ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Lösung eines Menschheitsproblems anbieten“, das Wirtschaften oder Forschen meist in den Bereichen der regenerativen Energie bzw. das Betreiben ökologisch-orientierter Forschung. Das zweite Positivkriterium umfasst die Produkte der Unternehmen an sich. Zeichnen sich diese durch lange Lebensdauer, Produktsicherheit oder hohe Recyclingfähigkeit aus, ist ein weiteres positives Kriterium erfüllt. Aber auch der Produktionsprozess ist von entscheidender Bedeutung, so wird als drittes Kriterium darauf geachtet, ob das Unternehmen zu den Branchen-Vorreitern in Sachen Minimierung des Energie- und Rohstoffsverbrauchs zählt. Dies wäre Positivkriterium Nr. 3. Als letztes spielt neben den ökologischen Aspekten auch die ethische Komponente eine wichtige Rolle. So wird der Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, sowie ein hoher Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz viel Aufmerksamkeit geliehen. Engagiert sich das Unternehmen auch noch für Frauen und Minderheiten, so ist das vierte Positivkriterium erfüllt.

Natürlich war das nur ein kurzer Überblick über einige wichtige Kriterien, die die Aufnahme von Unternehmen in den NAI regeln. Die „Aussortierung“ von Unternehmen, die im Laufe der Zeit die positiven Kriterien nicht mehr erfüllen, oder sogar ein Negativkriterium erfüllen, ist garantiert, da der Ausschuss darüber wachen muss. Somit ist auch die Qualität des NAI gewährleistet und es gibt keine „schwarzen Schafe“ innerhalb des Index. Der „GreenEffects“-Fonds gehört also wirklich zu den grünen, umweltfreundlichen Fonds, den Ökofonds.

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