Der inzwischen siebte eingefrorene Immobilienfonds muss nun abgewickelt werden, weil die Liquiditätsreserve nicht ausreichend ist, um ihn wieder zu öffnen.
Anleger können in offenen Immobilienfonds zu jeder Zeit investieren und ihr Geld auch wieder abziehen. Mit dem Geld werden vor allem Gewerbeimmobilien gekauft, die durch Mieteinnahmen und Wertsteigerungen für Erträge sorgen sollen. Um geschäftstüchtig zu bleiben, muss die Liquiditätsreserve mindestens fünf Prozent des Fondsvermögens betragen. Liegt diese unter fünf Prozent, müssen die Fondsmanager den Fonds zeitweilig schließen. Das heißt, dass die Anleger zu dieser Zeit nicht an ihr investiertes Kapital kommen.
Der offene Immobilienfonds Degi International vom Fondsanbieter Aberdeen wird nun abgewickelt, da das Vertrauen der Investoren nicht wiedererlangt werden konnte. Dieser wurde während der Finanzkrise im November 2009 eingefroren worden, weil zu viele Anleger ihr Geld abgezogen hatten. Nun soll das Milliardenschwere Projekt bis Oktober 2014 vollständig aufgelöst werden.
Damit ein eingefrorener Fonds wieder geöffnet werden kann, muss die Liquiditätsquote von Gesetzes wegen mindestens fünf Prozent betragen. Beim Degi International beträgt diese Quote sogar 16,4 Prozent, da dieser 8 Immobilien im Wert von 600 Millionen Euro abgestoßen hat. Dennoch reicht diese Quote nicht aus, um das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen. Für einen erfolgreichen Neustart eines Fonds, muss dieser eine Liquiditätsreserve von etwa 30 Prozent aufweisen, heißt es aus Branchenkreisen.